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Roadhouse. Laut Wörterbuch steht hinter dem Begriff schlicht „ein Wirtshaus oder eine Raststätte an der Landstraße“. Doch für Blues- fans hat das Wort eine tiefere Bedeutung: Darunter versteht man eine eher rowdyhafte Spelunke, in der wild getanzt, ausgiebig gebechert und laut und heftig musiziert wird. Mit seiner neuen LP Roadhouse

nimmt Bluesrocker Marc Amacher den Hörer mit in diese hemmungslose Welt, wo alles erlaubt ist und Regeln nur da sind, um gebrochen zu werden. Das höchst explosive Album ist fest in der Bluestradition verankert, steht aber gleichzeitig für einen Musiker, der gerne die Grenzen des Genres auslotet. Amacher wächst inmitten von Bergen und Seen im Feriendorf Brienz im Berner Oberland auf – also nicht gerade in der Wiege des Blues. Wie zig Tausende andere Gitarristen kommt er über Helden wie Eric Clapton und Stevie Ray Vaughan zum Blues, bevor er sich intensiv mit der reichen Bluesgeschichte beschäftigt. In der Musik steckt etwas, das ihn tief im Inneren berührt.

„Ich weiß nicht, ob man zum Blues kommt oder ob der Blues eher zu einem kommt“, reflektiert der bodenständige Schweizer. Jedenfalls weiß er bereits als Jugendlicher, dass der Blues für ihn immer eine große Rolle spielen wird. „Die Musik war mein Anker. Sie hat mich unterstützt und geholfen, durchs Leben zu kommen.“

Bis vor einigen Jahren bleibt Amacher außerhalb seiner Heimatregion weitgehend unbekannt. Das än- dert sich schlagartig mit seinem Vorsingen bei The Voice of Germany im Jahr 2016. „Ich wollte eigentlich gar nicht erst hin“, sagt er über die beliebte TV-Castingshow. Doch der Bluesrocker schafft es bis ins Finale und beeindruckt im Rahmen von ge-

meinsamen Auftritten mit Weltstars wie Robbie Williams und Alicia Keys mit seiner starken Bühnenpräsenz und soulgetränk- ten Stimme. „Ich wurde dort viel mehr ge- schätzt, als ich je erwartet hätte. Zum ers- ten Mal wurde ich richtig ernst genommen als Musiker.“

Es folgte eine Welle der Aufmerksamkeit und im Frühjahr 2018 die aufwändige Stu- dioproduktion 8 Days. Heute steht Ama- cher aber wieder da, wo er eigentlich hin- gehört: Mit einer E-Gitarre in der Hand und einer geilen Band im Rücken.